Deutscher Jugendliteraturpreis - Kritik ist zumutbar!

Dieses Flugblatt wird auf der Messe verteilt. Stellt es bitte auch auf Eure Websites und Blogs!

Nähere Infos dazu und zur Initiative findet Ihr unter: www.djlp-initiative.jimdo.com

 

 

 

Deutscher Jugendliteraturpreis –

Kritik ist zumutbar!

 

 

Bereits 1998 fand in der Akademie Remscheid eine Tagung unter dem Motto „Deutsche Kinder- und Jugendliteratur chancenlos im German Open?“ statt. Auch renommierte Kinder- und Jugendbuchautoren wie Paul Maar, Klaus Kordon und Rudolf Herfurtner äußerten sich schon damals kritisch zur Vergabepraxis des Deutschen Jugendliteraturpreises (DJLP).

 

Im Frühjahr 2013 - 15 Jahre später - hat sich eine Initiative deutschsprachiger Kinder- und JugendbuchautorInnen und –illustratorInnen gebildet. Erneut wurde eine offene Diskussion über den DJLP gefordert und dem zuständigen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) Vorschläge für eine Änderung der Vergaberichtlinien unterbreitet. Ihre Argumente legt die Initiative in einem Offenen Brief unter www.djlp-initiative.jimdo.com dar.

 

Inzwischen unterstützen mehr als 500 AutorInnen und IllustratorInnen (darunter auch  ehemalige DJLP-Preisträger) die Forderung nach mehr Chancengleichheit hiesiger Kreativer, indem künftig internationale und nationale Werke in getrennten Sparten nominiert werden sollen.

 

Gegen diese Initiative findet seither eine unglaubliche, ihre Unterstützer diffamierende Kampagne statt. Von der „Unfähigkeit der Mehrheit deutscher Autoren“ ist die Rede, auch von Deutschtümelei und Nationalismus. „Schreibt bessere Bücher!“ lautet eine zynische Antwort.

 

Das BMFSFJ, welches sich vom Organisator des Preises, dem Arbeitskreis für Jugendliteratur (AKJ), beraten lässt, wiegelt ab, und die Vertreter des AKJ plädieren vordergründig für ein „weltoffenes Deutschland“. Im Hintergrund gerieren sie sich hingegen wenig tolerant und gesprächsbereit: Unterstützer der Forderung sehen sich persönlichen Anfeindungen und Drohungen ausgesetzt, Jugendliche werden zur Stimmungsmache gegen die unterzeichnenden KünstlerInnen missbraucht und zahlreiche Kreative der hiesigen Kinder- und Jugendbuchszene werden nach Jahren der Teilnahme plötzlich zur Preisverleihung nicht mehr eingeladen. Weil es sich um Befürworter der Kampagne handelt?

 

Aufgrund der immer lauter werdenden Kritik hat nun – nicht das Ministerium – sondern erneut der AKJ zu einem Runden Tisch geladen. Das Thema ist nicht der Deutsche Jugendliteraturpreis, sondern „Autorenförderung“. Teilnehmen sollen neben dem AKJ, dem Ministerium, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, dem Deutschen Literaturfonds, der Robert-Bosch-Stiftung, dem Verband der Schriftsteller und dem Verband deutschsprachiger Übersetzer auch zwei Vertreter der Initiative. Deren Mitglieder empfinden dieses Angebot als inakzeptabel, da das eigentliche Thema weiter ignoriert werden soll. Weder vom Offenen Brief noch vom Deutschen Jugendliteraturpreis ist mehr die Rede.

 

Das Thema „Autorenförderung“ interpretieren wir als Ablenkmanöver von der dringend notwendigen und in der Szene seit Jahren schwelenden Diskussion über den DJLP. Wir wollen dieses kritische Thema nicht erneut im Sande verlaufen lassen! Wir AutorInnen und IllustratorInnen fordern weiterhin vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ein längst überfälliges Gespräch über die Ausschreibungsbedingungen des DJLP.

 

 

www.djlp-initiative.jimdo.com

 

(c) Uwe Schwarze
(c) Uwe Schwarze